Für Sie, Juni 2001
Sie ist die aufregendste, wildeste und eigenwilligste Schauspielerin Hollywoods und sie hat eine richtig große Klappe. FÜR SIE traf Angelina Jolie, die jetzt als Lara Croft im Action-Film "Tomb Raider" zu sehen ist.
In "Tomb Raider" verkörpern sie die Kultheldin Lara Croft. Lustobjekt für Männer oder starkes Vorbild für Frauen?
Definitiv Letzteres. Mein Job heißt: Menschlichkeit und Intelligenz in ein Comic-Abenteuer bringen. Und James Bond oder Indiana Jones zeigen, dass es eine neue Superwaffe gegen Superschurken gibt: Östrogen!
War es Ihr Wunsch dass Ihr Vater Jon Voight in "Tomb Raider" die Vaterrolle spielt?
Die Idee kam vom Regisseur, doch natürlich stimmte ich zu. Wann immer ich mit ihm am Set war, konnte ich kaum sprechen vor Stolz.
Stimmt es, dass er Ihnen vor Ihrer Heirat mit dem Regisseur Billy Bob Thornton ins Gewissen geredet hat?
So wie es jeder verantwortungsvolle Vater bei seiner Tochter täte. Aber er sah mich lebensfroh und enthusiastisch wie nie in meinem Leben. Zur Hochzeit gab er jedem von uns die Hälfte eines Ringes, der nur vereint strahlt.
Wann wussten Sie, dass Herr Thornton eine gute Wahl wäre?
Gute Wahl? Er ist der verdammte Mann meines Lebens, Freundchen! Das wusste ich auf den ersten Blick - obwohl ich gar nicht hinsehen konnte vor Ehrfurcht und direkt gegen eine Wand lief.
Und er fing Sie auf?
Ich glaube nicht, dass er mich anfangs überhaupt bemerkt hat. Aber ich fand mich sowieso nicht gut genug für ihn.
Warum denn nicht, um Himmels willen?
Er wirkte so souverän und steckte in einer festen Beziehung. Ich könnte mich nie dazwischen werfen und die Harmonie eines so kostbaren Menschen gefährden. Liebe, wie ich sie verstehe, ist pure Bereicherung. Also war ich froh, ihn überhaupt zu kennen. Ganz schnell ging dann alles ernst, als wir beide Single waren. Seither war ich immer monogam und werde es auch immer bleiben - ganz egal, wie sexuell aufgeheizt mein Image ist.
In den Medien werden Sie als mit fast zu viel Lebenshunger portraitiert.
Was da zu lesen steht, ist oft einseitig und sensationshungrig. Ja, ich habe Spaß an Messern und besitze eine Riesensammlung. Aber dass ich auch Erstausgaben von Weltliteratur sammle, fällt unter den Tisch.
Glauben Sie, dass sich Männer von Ihnen bedroht fühlen?
Nicht, wenn sie gesund sind. Wer immer mich kennen lernt, weiß genau, dass ich erstens sanft und zweitens tollpatschig bin.
Und Ihr Sex-Appeal? Gibt es Ihnen etwas, wenn Sie beispielsweise von englischen Massenmedien offiziell zur Frau mit den schönsten Lippen der Welt gekürt werden?
Ich kann Ihnen sagen, was mir das gibt: einen Lachkrampf! Aber danke für das Kompliment. Ich werde es meinem Vater ausrichten. Von dem habe ich meinem vollen Mund nämlich geerbt. Denn natürlich sind meine Lippen echt. Und meine Brüste auch ...
Interview: Roland Huschke
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