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Sonderbotschafterin Angelina Jolie veröffentlicht Reisetagebücher zum Kosovo und Sri Lanka

Genf, 7. Oktober (UNHCR) - Angelina Jolie, Sonderbotschafterin der UN-Flüchtlingsorganisation, hat heute ihre Erfahrungen mit vertriebenen Menschen im Kosovo und in Sri Lanka veröffentlicht.

Die Tagebücher beschreiben die Hoffnung und Verzweiflung von Flüchtlingen, Rückkehrern und vertriebenen Menschen, denen Angelina Jolie während ihrer Reisen in diese Ländern begegnet ist.

Im Kosovo besuchte die Sonderbotschafterin vom 27. bis 30. Dezember letzten Jahres Rückkehrerlager und traf ein Team von weiblichen Minenräumexperten in der Hauptstadt Pristina. Sie bereiste auch verschiedene Enklaven in der instabilen Region Mitrovica, wo sie kroatische Flüchtlinge, Angehörige von Minderheiten und ethnisch gemischte Gemeinschaften traf.

"Es ist ein trauriger Ort", schreibt sie. "Kaum zu glauben, dass hier einmal wieder normale Verhältnisse herrschen. Es gibt keine richtige Freude, aber die Fähigkeit zu überleben, weiterzumachen und den Wiederaufbau zu versuchen. Zu versuchen, aus alten Feinden wieder Nachbarn zu machen."

Trotz der Freudlosigkeit begegnet Angelina Jolie Hoffnung, wo sie diese nicht erwartet. Sie beschreibt die Szene, als ein UNHCR-Mitarbeiter eines Tages Blumen mitbringt: "Es entwickelt sich eine lange Diskussion, weil die meisten Menschen in dem Raum seit sehr langer Zeit keine Blumen mehr gesehen haben. ′Wo haben Sie die her? Sind sie eingeflogen worden?′ ′Nein, es gibt ein kleines Gewächshaus hinter einem Gebäude und dort werden sie gezogen.′ ... Die Unterhaltung geht weiter und mir wird klar, dass ich nie richtig Notiz von ein paar Blumen genommen habe. Was es heißt, dass Dinge wachsen. Wie können Blumen in einem eiskalten zerbombten Land blühen? Und wie wichtig dies sein kann?"

In Sri Lanka, das sie vom 14. bis 15. April diesen Jahres besuchte, hatte sie ähnliche Erlebnisse.

Das Leben ist hart für Sri Lanker nach 20 Jahren Bürgerkrieg. Sie berichtet von ihrem Besuch im Haus einer Rückkehrerfamilie im Norden: "Die Frau sagt einfach: ′Wir finden dieses Leben sehr hart. Manchmal glauben wir, wirverhungern - vielleicht verbrennen wir uns selbst. Aber die Kinder sagen uns, nein, wir müssen stark bleiben. Es wird besser, aber ich weiß nicht wann′.

Doch der Überlebenswille ist stark. "In einem anderen Haus zeigt der Großvater auf einen großen Schutthaufen: ?Das ist das Haus meines Bruders. Er hat es noch nicht gesehen′. Er sagt scherzend, ′eine Menge zu tun′. Man kann nichts weiter tun als weinen und wieder von vorne anfangen", schreibt Angelina Jolie.

Die Sonderbotschafterin hält alle ihre Reisen schriftlich fest. Viele dieser Berichte erscheinen demnächst als Buch mit dem Titel "Notes from My Travels" (Simon and Schuster).

Die Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Angelina Jolie ist seit August 2001 UNHCR-Sonderbotschafterin. Um auf das Schicksal von Flüchtlingen aufmerksam zu machen und um Unterstützung zu werben, hat sie in den letzten zweieinhalb Jahren mit UNHCR Afrika, Asien, Lateinamerika, den Balkan und Nordkaukasus bereist. Zudem hat Frau Jolie UNHCR-Programme großzügig finanziell unterstützt.

 

 

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